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Neues Netzwerken

20. Juni 2020

Hand aufs Herz: Haben Sie auch schon überlegt, wie sie ihre vielen Aktivitäten neben Arbeit und Familie unter einen Hut bringen können? Training im Sportverein, Mitgliedschaft im Business Club, Engagement in der Frauenvereinigungen. Bringt das alles etwas? Wir engagieren uns mannigfaltig. Aber auch ohne bewusstes Networking sind wir immer ein Teil des Ganzen. 

Das gesamte Leben besteht aus Netzwerken. Die besten Beispiele liefert uns die Natur. Beispielsweise in einem Bienenstockbau sind die Aufgaben klar verteilt: Die Königin legt Eier und sichert damit das Fortbestehen, die Drohnen sind einzig für die Befruchtung der Königin zuständig und die Abertausend Arbeiterbienen bauen, wachen, sammeln, putzen und bereiten Honig je nach Funktion. Jede Biene gibt sich ein in dieses ausgeklügelte System. Keine kann ohne die anderen bestehen. So funktioniert die Natur. Haben wir Menschen vergessen, dass auch wir ein Teil des Ganzen und damit immer Elemente von Netzwerken sind? Immer und praktisch automatisch: In der Familie, in Unternehmen, Clubs oder in Freundschaften. 

Zweck von Netzwerken

«Was bringt es mir?» Wie oft schon haben wir diesen Satz gehört oder selber ausgesprochen. Was bringt es mir, wenn ich das oder jenes tue. Diesem Club beitrete oder Mitglied jener Vereinigung werde? Wir Menschen scheinen den Hauptzweck von Netzwerken vergessen zu haben. Geht es nicht wie bei den Bienen darum, dass wir durch den Beitrag und die Leistung jedes einzelnen ein grösseres Ganzes erschaffen können? Weil wir es gemeinsam tun. Weil wir uns alle einbringen, mit unseren Fähigkeiten. Im Sinne der Sache und nicht in erster Linie zu unserem Eigennutz.

Erst geben, dann nehmen

Dass wir in einem Sportclub zuerst den Mitgliederbeitrag einzahlen müssen, bevor wir die Trainings besuchen dürfen, oder dass wir zuerst Anlagen kaufen müssen, um eine Rendite einzufahren, ist für uns selbstverständlich. Dass dies aber für jedes Netzwerk gilt, dass wir zuerst investieren müssen, bevor wir etwas zurückbekommen, ist allgemein vergessen gegangen. Die letzten Tage und Wochen hatten es bildlich aufgezeigt: Artig warten die Kundinnen im Zweimeterabstand vor Migros und Coop. Doch kaum im Laden, wird so manche von der Panik ergriffen. Die Kundin vor ihr könnte ihr dann doch die schönsten Aprikosen vor der Nase wegschnappen. Dann drängt Gier sämtliche Abstandsregeln in den Hintergrund und sich selber in die erste Reihe. Auch wenn wir in unserem reichen Land in den letzten Monaten ab und an mit leeren Regalen in Supermärkten konfrontiert wurden, wissen wir genau, dass es für uns alle genug hat. Und trotzdem ist die Angst zu kurz zu kommen, allgegenwärtig. Macht uns Reichtum gierig? Und gar ängstlich? Die Währung, die wir in Netzwerke wie Familie, Unternehmen oder Interessensgemeinschaften investieren, ist nicht Geld. Es sind Freundlichkeit, Informationen und Kontakte. Wie geizen wir in unserer Gesellschaft doch mit Informationen! Und auch hier treibt uns die Angst dazu. Die Angst zu kurz zu kommen. Könnte doch unser Businesspartner aus einem meiner Kontakte ohne Aufwand profitieren oder aus meinem hart erarbeiteten Wissen, das er auf dem Silbertablett präsentiert erhalten hat, einen Nutzen ziehen. 

Netzwerke merken sich Grosszügigkeit

Und wenn auch? Freuen wir uns für ihn oder sie! Grosszügigkeit kommt immer zurück. Wenn nicht von der Person, die direkt von uns profitieren konnte, dann eben in einer anderen Form. Netzwerke merken sich Grosszügigkeit und letztendlich ist der Profit vieler Einzelnen jedes Mal ein kleiner Teil, der dazu beiträgt, dass es dem grossen Ganzen besser geht. Wenn wir es schaffen, die Angst zu kurz zu kommen, für eine Gemeinschaft abzulegen und uns auf unsere eigenen Fähigkeiten konzentrieren, die wir einbringen können, tragen wir dazu bei, unser Denken umzuprogrammieren. Statt im Kampf gegeneinander Energien zu verpuffen, setzen wir diese besser ein und schaffen zusammen eine neue Qualität von Netzwerken und damit eine neue Realität.

kathinkarina

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